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18.09.2017

Besser die Kenner vor Ort fragen, als nur fremde Agenturen!

Gera. Vor der Eröffnungsgala der Spielzeit 2017/18 von Theater& Philharmonie Thüringen am 15. September 2017 trafen sich Vertreter der Gesellschaft der Theater und Konzertfreunde mit ihrer Vorsitzenden Helga Klinger und der Orchesterfreunde mit Vereinschefin Jutta Kloss mit Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee und SPD-Bundestagskandidatin Elisabeth Kaiser.

Wie wirken Kunst und Kultur, insbesondere die Bühnen der Stadt Gera und das Landestheater Altenburg als weiche Standortfaktoren für potentielle Investoren? Wie wichtig sind sie für das Wohlfühlen in der Stadt? Dies war das Thema für eine knappe Stunde Diskussion. Wolfgang Tiefensee, der 1955 in Gera geboren wurde, erinnerte an seine enge familiäre Bindung an das Theater durch seinen Vater, der hier im Orchester mitwirkte und Kinderstücke komponierte. Tiefensee sprach dem Theater nochmals seine große Hochachtung aus, unter 131 Bewerbern um den Bundestheaterpreis zu den acht ausgewählten zu gehören. „Hier wurde richtig gute Arbeit gemacht“, lobte er. Elisabeth Kaiser wandte sich an die Vereinsmitglieder: „Es ist Aufgabe der öffentlichen Hand, das Kulturleben einer Stadt hoch zu halten. Doch ohne Ihre ehrenamtliche Arbeit, in die Sie die viel Kraft und Zeit und auch manchen Euro fließen lassen, stünde das Einzige Fünfspartentheater Thüringens nicht so da wie zur Zeit.“ Großes Lob kam von den Vereinsmitgliedern für den Intendanten Kay Kuntze und den Verwaltungsdirektor Volker Arnold, die das Theater aus seiner kritischsten Situation holten, als drastisch gekürzt werden sollte. Die nicht ohne Abstriche verlaufene Fusion der Theater Altenburg- Gera sei am Ende doch besser, als überhaupt kein Theater mehr zu haben, wurde rückblickend festgestellt. Nun sei erst einmal die Finanzierung bis 2021 gesichert.

Dringend wünschten sich beide Vereine ein besseres Image der Stadt Gera, da der Zusammenhang und die gegenseitige Bedingtheit von Kunst und Kultur und Wirtschaft doch bekannt seien. Dennoch würden diese Bereiche von der Stadtverwaltung aufgrund der knappen Finanzlage leider oft gegeneinander ausgespielt.

Tiefensee stellte das von ihm angestoßene Stadtmarketingkonzept mit Hilfe Geraer Unternehmen vor. Dringend wurde ihm ans Herz gelegt, bei der Entwicklung des Konzeptes die Auskenner vor Ort, die Kunst- und Kulturvereine der Stadt, den Verein Ja für Gera, Sportvereine, Tourismus und andere mit einzubeziehen. Sicher gebe es auch sachkundige Berater und Agenturen mit Erfahrung und einem objektiven Blick. Dennoch sollte man die „Leute von hier und von unten“ mitnehmen und deren Meinung hören.

Als untragbar und Unterschätzung der Kultur als Wirtschaftsfaktor wurde es gewertet, dass die Stadt Gera keinen eigenen Kulturdezernenten/in besitzt. In Personalunion betreue Uwe Müller Presse, Marketing, Kultur und Sport. Die ehemalige Kultur GmbH als ein Eigenbetrieb der Stadt Gera sei mit einer halben Stelle besetzt. Das lange diskutierte Museumskonzept verharre unvollendet. Tiefensee regte die Schaffung eines Kulturdezernats als mittelfristige Vision für die Stadt an. Solche herrlichen kulturellen und kulturgeschichtlichen Potentiale Geras im Stadtteil Untermhaus mit Theater, Marienkirche, Küchengarten, Hofwiesenpark bis hin zu den innerstädtischen Museen als Kulturmeile zu entwickeln, griff Elisabeth Kaiser auf und schlug vor, dass hierfür viele Geraer einbezogen und zusammenarbeiten sollten. Helga Klinger nannte das Stadtmarketing von Halle beispielhaft und regte an, in Erfahrungsaustausch zu treten. Minister Tiefensee wünscht sich für seine Geburtsstadt Gera, daß sich im Stadtrat künftig die Damen und Herren fraktionsübergreifend bei allen Entscheidungen fragen sollten: „Ist das gut für meine Stadt?“

Anschließend führten Wolfgang Tiefensee und Elisabeth Kaiser im Foyer Gespräche mit Theaterbesuchern und Genossen. Im vollbesetzten Großen Haus wurde von allen der furiose Auftakt in die Spielsaison 2017/18 miterlebt.