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Vincent Sipeer,
02.08.2019

Praktikumsbericht Politik, Pizza und Briefeschreiben: Vincent Sipeers zweite Woche als Praktikant

Von Mitte bis Ende Juli absolviert der junge Geraer Vincent Sipeer ein Praktikum im Wahlkreisbüro "Kaisers Demokratieladen" von Elisabeth Kaiser. Wie er das Team in der zweiten Woche unterstützt und welche Erfahrung er bei der jugendpolitischen Dialogveranstaltung „Politik und Pizza“ gemacht hat, lesen Sie in diesem Bericht.

Über Informationsbeschaffung und Pressearbeit

Am Montag hieß mich das „Team Kaiser“, bestehend aus Büroleiter Marc-Manuel Moritz und den wissenschaftlichen Mitarbeitern Peter Glotz und Maik Gerstner, zu meiner zweiten Praktikumswoche willkommen. Nach einer kurzen Morgenbesprechung erstellte ich die tägliche politische Presseschau, bevor ich mich meinen vielseitigen Aufgaben widmete:

Während der ersten Wochenhälfte entwarf ich ein Schreiben an das Bundesjugendministerium, das sich mit der Finalisierung der Jugendstrategie der Bundesregierung befasst. Für die jugendpolitische Veranstaltung „Politik und Pizza“ entwarf ich ein ergebnisoffenes und beteiligungsorientiertes Konzept.

Anlässlich des Bundesförderprogramms „Smart Cities“ recherchierte ich ein Dossier über internationale Städte, die durch effiziente und nachhaltige Ansätze die Chancen der Digitalisierung erfolgreich nutzen.

Basierend auf einem Bürgerschreiben und der Berichterstattung erstellte ich ein forstpolitisches Dossier. Die wichtigsten Informationen, Argumente und Standpunkte erschloss ich mir anhand von analytischen Schlüsselfragen zu den Akteuren, Interessen, Problembeschreibungen, -lösungen und Konsequenzen. Für eine fachpolitische Einschätzung telefonierte ich mit einer Mitarbeiterin der SPD-Bundestagsfraktion.

Jugendpolitischer Dialog über den Dächern von Weida

Am Dienstag lud Elisabeth Kaiser zur dritten Ausgabe der Dialogveranstaltung „Politik und Pizza“ auf die Osterburg in Weida, einer vogtländischen Stadt im ostthüringischen Landkreis Greiz. Im Burggarten am Fuße der Osterburg stellten wir um eine Picknickdecke Sitzboxen auf, legten Klemmbretter und Kugelschreiber aus und hielten verschiedene Soft-Getränke und Pizzen vor. Unter dem Titel „Von wegen unpolitische Jugend – wie aus Engagement Politik werden kann“ diskutierten zwölf Teilnehmende, darunter Jugendliche aus Weida, Greiz und Gera, über Wege, wie sich junge Leute im politischen Raum Gehör verschaffen können.

Elisabeth Kaiser eröffnete die jugendpolitische Dialogveranstaltung mit Einblicken in ihr sozialdemokratisches Ehrenamt während ihres Studiums in Potsdam. Yazan Zakarya und ich, Vincent Sipeer, reflektierten das Engagement in den Bereichen Schülervertretung, Jugendpolitik und Integrationshilfe. Anna-Lena Marsch informierte über das Stipendium des Parlamentarischen Patenschaftsprogramm und ihr Jahr an einer Highschool in Indiana. Langjährige Mitglieder des Jugendparlaments der Stadt Weida schilderten den Alltag junger Menschen in der Stadt.

Von wegen unpolitische Jugend

Nach dem Kennenlernen bot der gefüllte Themenspeicher viel Anlass zur Diskussion, was abermals zeigte, dass die Jugend nicht unpolitisch ist. Wir problematisierten das verblasste Bar- und Partyleben, die schwache Anbindung mit Regionalzug und -bus, den Wegzug des Einzelhandels und vielerorts marode Schulgebäude. Demgegenüber skizzierten die jungen Menschen ihre Eckpunkte einer jugendgerechten Stadt Weida mit einer sicht- und hörbaren Jugendkultur, bedarfsgerechter Mobilität und der wertschätzenden Anerkennung für ehrenamtlich Aktive.

Elisabeth Kaiser erörterte Maßnahmen wie einen flächendeckend ausgebauten Nahverkehr, Städtekooperationen zur Sicherstellung der Daseinsvorsorge und zielgenaue Investitionen hinsichtlich der sanierungsbedürftigen Sozial- und Verkehrsinfrastruktur. Sie bestärkte die Jugendlichen, das einst erfolgreiche Sommerkino auf der Osterburg wieder aufleben zu lassen und unterstützt einen maßgeblich durch junge Menschen gestalteten innerstädtischen Freiraum.

Euer direkter Draht in den Deutschen Bundestag

Des Weiteren wurde neben der Beteiligung auch die Information über politische Abläufe thematisiert. Elisabeth Kaiser erörterte transparenzfördernde Möglichkeiten, die Bürgerinnen und Bürgern durch Internetplattformen zur öffentlichen Befragung von Abgeordneten zur Verfügung stehen. Sie informierte über ihr Abstimmungsverhalten im Deutschen Bundestag, das grundsätzlich der Abstimmungsdisziplin in der SPD-Bundestagsfraktion folgt. Mit Widerspruch interveniert die SPD-Politikerin, wenn innen-, kommunal- und sozialpolitische Beschlussempfehlungen den Entwicklungszielen Ostthüringens oder ihren persönlichen Überzeugung zuwiderlaufen.

Wie auf Engagement Politik werden kann

Im Fokus des zweiten Teils „Wie auf Engagement Politik werden kann“ standen pragmatische Absätze und das Erfahrungswissen der Anwesenden, vor Ort tätig zu werden. Die Mobilisierung junger Zielgruppen durch Kampagnen, Strategien der politischen Interessenvertretung und die Nützlichkeit weitläufiger informeller Netzwerke aus ehren- und hauptamtlich Engagierten wurden besprochen.

Viel Potenzial wurde in einem lokalen Bündnis aus Jugend, Schule, Vereinen, Wirtschaft, Medien und Politik gesehen. Elisabeth Kaiser warb dafür, sich sowohl aktions- und themengebunden einzusetzen als auch einer Partei anzuschließen, um mittel- und langfristige Entwicklungsziele Ostthüringens zu erreichen.

Politik geht jeden von uns etwas an

Mit der Dialogveranstaltung „Politik und Pizza“ unterstrich Elisabeth Kaiser, dass es ihr eine Herzensangelegenheit ist, junge Menschen zu bestärken, aktiv für ihre Belange „zu trommeln“. In der Abschlussrunde bedankte sich die SPD-Politikerin für das ehrenamtliche Engagement der jungen Menschen und die ehrliche, offene und kritische Diskussion.

Als Praktikant, der die Veranstaltungsreihe „Politik und Pizza“ von Anfang an begleitet, freue mich sehr darüber, dass die Planungen für den nächsten jugendpolitischen Dialog „Politik und Pizza“ im Altenburger Land bereits laufen.

Politik mit den Menschen vor Ort gestalten

Am Donnerstagnachmittag besuchten Yazan Zakarya und ich, Vincent Sipeer, ein Bildungszentrum, in dem sich junge Menschen für das Sprachniveau B1 qualifizieren. Mit den Teilnehmenden des Sprachkurses kamen wir anhand arabisch-deutscher Taschenausgaben des Grundgesetzes, die die ersten 20 Paragrafen des Grundrechtekatalogs beinhalten, ins Gespräch. Beispielreich diskutierten wir die individuellen Grundrechte – insbesondere die Freiheitsrechte, die Gleichheit vor dem Gesetz und die Glaubens- und Gewissensfreiheit.

Am Donnerstagabend begleitete ich nach der Arbeit eine strategische Besprechung von acht Unterstützern des Landtagswahlkampfes, die ebenfalls in der Geraer SPD-Geschäftsstelle stattfand. Dabei ging es in erster Linie um die Abstimmung der Termine im Vorfeld der Landtagswahl am 27. Oktober 2019.

Eine Erfahrung, die meinen Sommer bereicherte

Elisabeth Kaiser nahm zu Beginn der parlamentarischen Sommerpause zwischen Anfang und Mitte Juli zahlreiche Außentermine in ihrem Heimatwahlkreis wahr. In zwei Bürgerdialogen und vielen persönlichen Begegnungen auf dem Marktplatz, in Kindertagessstätten oder im Burggarten hatte somit auch ich zahlreiche Gelegenheiten, mit Bürgerinnen und Bürger aus Gera, dem Landkreis Greiz und dem Altenburger Land ins Gespräch zu kommen.

Während meines Praktikums habe ich ein Gespür dafür bekommen, wie die SPD-Politikerin von einer konkreten Streitfrage, über Bewertungen und Reaktionen im Zuge eines mehrschichtigen Prozesses der Meinungsbildung zu einer Entscheidung gelangt. So erfuhr ich unmittelbar, wie inhaltliche, prozessuale und formale Aspekte der Politikgestaltung miteinander verwoben sind.

Das Praktikum im Demokratieladen übertraf meine Erwartungen. Das Team Kaiser hat mich von Anfang an sehr gut betreut, mir die alltäglichen Arbeitsabläufe des Büros gezeigt und mich aktiv in diese eingebunden. So erhielt ich aufschlussreiche Einblicke in die Büroroutinen. Auch durfte ich Außentermine und politische Gespräche eigenverantwortlich vorbereiten, entwarf Antwortbriefe und Pressemitteilungen. Bei Nachfragen konnte ich das Team Kaiser jederzeit um Rat bitten.

Das Praktikum war eine Erfahrung, die mein politisches Analysieren, Beurteilen, Handeln als ehrenamtlicher Schüler- und Jugendvertreter forderte und nachhaltig schulte. Ich kann jedem politisch interessierten jungen Menschen aus der Region zu einem Praktikum in Kaisers Demokratieladen raten.

Autor: Vincent Sipeer