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12.09.2017

Über 350 Portionen Nudeln auf Altenburger Markt verputzt

SPD-Bundestagskandidatin Elisabeth Kaiser gehört zu den Essenteilnehmern und erfährt die Geschichte des gemeinsamen Mittagessens

Altenburg. Lange Tischreihen ziehen sich an dem sonnigen Mittag des 12. September über den Altenburger Marktplatz. Sie sind vollbesetzt. Die gut gekleidete Altenburger Einkäuferin sitzt neben dem zahnlosen Greis. Der junge afghanische Student neben dem Rentnerehepaar. Die Tischgesellschaft ist kunterbunt. Die Feldküche der Johanniter dampft. Über 350 Portionen Nudeln mit Tomatensoße mit und ohne Fleisch werden von Achtklässlern des Spalatin-Gymnasiums eifrig an die Tische getragen und leer gegessen wieder abgeräumt. Zum Nachtisch gibt es Kaffee und Kuchen und Obst. Lilith Gagelmann aus der 8. Klasse berichtet SPD-Bundestagskandidatin Elisabeth Kaiser stolz: „Das ist ein Projekt der 8. Klassen, anderen Menschen zu helfen. Es macht ganz viel Spaß und allen schmeckt es.“ Auch Elisabeth Kaiser und die Landrätin des Landkreises Altenburger Landes, Michaele Sojka werden mit Nudeln versorgt. Nebenbei gibt es ein Gespräch über die soziale Lage in der Stadt, auch zum Umgang mit Migranten. Streetworker Gunter Starke bedauert den Mangel an kompetenten Sozialarbeitern, deren Bedarf steigt.

Zum 33. Mal findet hier die Aktion „Altenburger essen gemeinsam“ statt. Es soll ein öffentliches Zeichen der Zusammengehörigkeit und gegen Ausgrenzung sein. Diese Aktion des Arbeitskreises Evangelische Jugendarbeit im Altenburger Land hat so viel Anklang gefunden, dass man für das nächste Mittagessen mehr Tische und Bänke bereit halten müsse, stellt Christan Schmidt fest. Er ist Diakon und Sozialarbeiter im Kirchenkreis und erzählt über die Entstehung dieser gemeinsamen Mittagstafel: „Vor 16 Jahren sollte der Altenburger Markt per Marktordnung frei gehalten werden von Menschen, die trinken, von Punks oder anderen nicht so konformen Bürgern der Stadt. Das hat zu einer kontroversen Diskussion geführt. Wir sind der Meinung, der Markt gehört allen Menschen dieser Stadt, egal welcher sozialen Herkunft. Damals kam uns die Idee des gemeinsamen Mittagessens für alle Altenburger, aus der ein schöner Selbstläufer geworden ist.“ Es soll eine zweckfreie Veranstaltung bleiben und Menschen beim Essen zusammen führen, die sich sonst kaum miteinander unterhalten würden. SPD-Kandidatin Elisabeth Kaiser: „Auch ich habe hier in kurzer Zeit viele interessante Kontakte geknüpft und Menschen mit Herz kennengelernt. Diese freundliche Aktion mit vielen freiwilligen Helfern sollte auch anderswo Schule machen. Sie ist wirksamer als manche lange Rede.“