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17.08.2017

Zwei Lusanerinnen wünschen Lusan mehr Aufmerksamkeit und eine gute Zukunft

Gera. „Wie sieht die Zukunft von Lusan aus?“ Diese Frage bestimmte am Dienstag das Gespräch von SPD-Bundestagskandidatin Elisabeth Kaiser und Svea Wunderlich, Projektkoordinatorin von Thinka im Stadtteilbüro Lusan. Beide Frauen sind in Lusan aufgewachsen und hier zur Schule gegangen. Klar, dass ihnen Geras größter Stadtteil mit rund 22 000 Einwohnern nicht gleichgültig ist. „Wir müssen Reizpunkte schaffen für junge Leute, damit Lusan für sie als Wohnort interessant wird“, wünscht sich Svea Wunderlich. Das Durchschnittsalter der Lusaner mit 51,9 Jahren lasse nicht darauf schließen, dass der Stadtteil im Süden Geras äußerst familien- und kinderfreundlich ist. Svea Wunderlich zählt auf: „Wir haben viele Grünflächen, Wald, Spielplätze, Kindertagesstätten und alle Schularten, ärztliche Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten, per Bus und Bahn eine schnelle Verbindung ins Zentrum und bezahlbaren Wohnraum.“ Trotz Modernisierung und Sanierung sei bei vielen die „Platte“ leider verschrien, meint die Projektkoordinatorin. Dabei könnte man in Lusan doch auch Baugrund für junge Familien anbieten, so ihre Idee.

Was die Stadt vorhabe mit Lusan, will Elisabeth Kaiser wissen. In dem Integrierten Entwicklungskonzept (IEK) für Lusan aus dem Programm „Soziale Stadt“, gebe es unter anderem den Vorschlag, die Heeresbergachse schülerfreundlicher zu gestalten, die Beleuchtung dort zu verbessern, das Wegesystem nach Rückbau vieler Wohnblöcke neu und sicherer zu gestalten und das Gebiet rund um das Plzen-Center städtebaulich wieder aufzuwerten. Kritisch merkte Elisabeth Kaisers Gesprächspartnerin an, dass sich Bürgervorschläge im Konzept kaum wiederfänden.

„Wie schätzen Sie Ihre Arbeit hier ein?“, fragte Elisabeth Kaiser die Projektkoordinatorin.

Svea Wunderlich: „Ich arbeite hier seit Januar 2016 und meine Arbeit endet im Dezember diesen Jahres. Dann endet auch das Förderprogramm für das Thinka-Projekt, dessen Projektkoordinatorin ich unter Trägerschaft der Kindervereinigung Gera e.V. bin. Lusan ist in das Programm „Soziale Stadt“, wie es in Bieblach schon läuft, aufgenommen worden. Wir sind hier seit Jahren als Stadtteilbüro bekannt und leisten mit dem Thinka-Projekt doch weit mehr als nur Quartiermanagement für die 22 000 Bürger dieses Stadtteils.“

Eine verantwortungsvolle kommunale Arbeit könne auf Dauer nicht über ständig wechselnde Projekte oder über Vereine und Freie Träger langfristig und nachhaltig geleistet werden, stellt Svea Wunderlich fest und fordert: „Die Stadtverwaltung soll Lusan endlich zu einem gewollten Teil der Stadt machen und nicht als Anhängsel betrachten.“

Hässliche Brachen wie um das Plzen-Center oder den verlassenen Rewe-Markt in der Platanenstraße sind keine Vorzeigeobjekte. Die Benachteiligung im Sanierungsprozess durch die Stadt, wie z.B. die 4. Regelschule oder die Kita „Kinderwelt“ der Volkssolidarität tragen zu einer schlechten Außenwirkung des Stadtteils bei, obwohl hier sehr gute pädagogische Arbeit geleistet wird.

Da sich in Lusan die Zusammensetzung der Bevölkerung in den letzten Jahren wenig verändert habe, halte sie es für einen falschen Ansatz, ständig neue Projekte mit veränderten Inhalten einzuführen. Bewährt und beliebt sind bei der Bevölkerung Sportkurse, die zum Treffpunkt werden und der Vereinsamung entgegen wirken können. Dazu kommen Beratungen durch den Bürgerbeamten, Rechtssprechstunden, PC-Werkstatt oder auch Einzelfallhilfen für Bürger in jedem Alter.

Gleichwohl würden sich oft von selbst neue Dinge und Formate der Stadtteilarbeit entwickeln, wie der Kulturgarten oder Aktionen wie Weihnachts- und Maibaumsetzen an der Rewe-Filiale. Dieser Partnergemeinschaft wolle sie gerne mehr Raum geben und eine gute Zusammenarbeit entwickeln, doch dazu bedürfe es mehr Planungssicherheit.

Elisabeth Kaiser fragte abschließend: „Welchen Wunsch hätten Sie persönlich an die neue Regierung und die Bundestagsabgeordneten?

Svea Wunderlich: „Staatliche Schulen sollten auch Bundes- und nicht Ländersache sein und Grundpfeiler der Bildungssicherheit darstellen.“